Geschichten, die das Pferd erzählt

von Ulrike Lohmann (Kommentare: 0)

Geschichten, die das Pferd erzählt

Geschichten, die das Pferd erzählt...

Hotti macht mal wieder Probleme, an einem Elemück vorbei zu gehen. Der Mensch hat es schon kommen sehen, Hotti hat dann auch gleich mit dem üblichen Getänzel begonnen.

Der Mensch ist genervt, das Pferd ist gestresst, super, mal wieder. Nachdem die Situation einigermaßen bereinigt ist, stellt sich Mensch die Frage, warum zum Geier das Gleiche immer wieder passiert.

Was hat Hotti denn mit dem Elemück erlebt, dass es immer so rum tänzeln muss und nicht gelassen bleiben kann.

Nun, Hotti, auch nur ein Pferd kann sich nicht verbalisieren, um uns seine Geschichte(n) zu erzählen.

Ein Pferd erzählt uns über seine Mimik seine Gesundheit und seine Körperbewegungen. Diese Form der Mitteilung müssen wir Menschen fühlend und denkend interpretieren und unsere Erkenntnisse daraus ziehen.

Wir können nicht zurückfragen, die Antwort kommt nicht sofort, sondern durch die Zeit.

Ein Pferd hat immer einen Grund, WARUM es etwas in seinem Körper festhält was sich nicht so eben mal lösen lässt. Stress in bestimmten Situationen löst bestimmte Bewegungs- und Verhaltensmuster aus.

Ein Pferd lebt und bewegt seine Lebenserfahrungen (Geschichten). Sein Verhalten in bestimmten Situationen zeigt es uns sofort. Es gerät in Rage oder erstarrt, es verweigert sich oder rennt, es buckelt oder, oder, oder…

Früher erlebte und in heutigenSituationen wieder erinnerte negativ besetzte Emotionen lösen bestimmteVerhaltensmuster und Bewegungsmuster aus. Das geschieht uns Menschen übrigens auch. Es ist ein Schutzmechanismus, der uns helfen soll, schnell aus negativen Situationen heraus zu kommen oder gar nicht erst hinein zu geraten.

Das Pferd „erinnert“ die damalige Gefahr und rettet sich auch Heute mit dem damals genutzten Muster. Davon haben Pferd und Mensch bis heute was, denn ein Elemück findet sich immer wieder ein, in Form eines Treckers, aufspringenden Hasen, Herdengenossen, groben Menschen, etc.

Eine kleine, sehr spannende Geschichte dazu, die ich erzählen darf:

Ein Wallach legte sich nicht zum Ruhen hin. Muskeltesten ergab, dass alle vier Beine viele Areale zeigten, die „gestresst“ waren. Ein sehr diffuses Bild, wir konnten uns nicht so recht einen Reim darauf machen. Auch ergab der Test, das sich der Hörsinn besonders belastet zeigte. Wir schauten nach der auslösenden Situation, und heraus kam, das das Pferd, während es kastriert werden sollte, sich unter der Narkose nicht ablegen wollte und sehr dagegen angekämpft hatte. Irgendwann musste es aufgeben, bekam jedoch die ganze Situation über seinen Hörsinn unter der Narkose mit. Hinlegen war mit Aufgeben und Schwäche besetzt, Geräusche verstärkten dieses Gefühl noch.

Wir lösten, was zu lösen war.

Ein paar Tage später rief mich die Besitzerin an und erzählte, das das Pferd völlig entspannt schlafen würde und kaum noch aufstehen wollte. Soviel hatte es „nachzuholen“.

Was diese Geschichte sagen will: ein Pferd teilt sich mit, wir können versuchen, zu verstehen. Der sanfte Muskeltest ist sehr hilfreich, denn er ist eine Möglichkeit mit dem Pferd in Kommunikation zu treten und herauszufinden, was es braucht, um Stress loslassen zu können.

Gelöster Stress bedeutet gelöste Bewegungen und bedeutet, neue Bewegungs- und Verhaltensmuster entwickeln zu können.

Wenn der Körper uns mitteilt, das etwas nicht in Ordnung ist, können wir auch über den Körper „fragen“ woher das kommt und was wir tun können, diesen Stress zu lösen.

In seinem weiteren Leben wird ein Pferd immer wieder auf alte Verhaltensmuster zurückgeworfen. In einer neuen Beziehung zu einem neuen Menschen, teilt sich das Pferd weiter mit, doch der Mensch begreift diese u.U. nicht, denn er kennt die Lebensgeschichten seines Pferdes nur selten von Anfang an. eaSenses bietet die Möglichkeit, diese emotionalen und körperlichen Blockaden zu erkennen und zu lösen.

Sind die Geschichten zu einer „ollen Kamelle“ geworden, dann brauchen weder Mensch noch Pferd daran festzuhalten, sie werden Teil der Biographie, verlieren jedoch an Bedeutung.

Ein weiterer Baustein auf dem Weg zu innerer und äußerer Losgelassenheit ist gesetzt.

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