Kinesiologie, was kann sie für mich und mein Pferd?

von Ulrike Lohmann (Kommentare: 0)

Kinesiologie deckt Ungleichgewichte und Dysbalancen auf UND kann diese lösen!

Ein Pferd, das in einer Herde auf weiten Wiesen

und guter Haltung groß wird, wird wenig Ungleichgewichte auf der körperlichen und mentalen Ebene mitbringen. Spannend wird es, wenn es dann in „Ausbildung“ kommt.

Allein der Beginn des Lernens des kleinen Fohlen-ABCs ist schon der Beginn von Ausbildung.

Je nachdem, wie bedacht der Mensch vorgeht oder wie schnell, denn Zeit ist Geld, bedeutet jede Ausbildung eine tiefgreifende Veränderung für das Pferd. Viele neue Eindrücke sind zu verarbeiten, alle Sinne des Pferdes sind gefordert. Es braucht seine eigene Zeit, die neuen Anforderungen zu erkennen, zu verstehen und körperlich und geistig umsetzen zu können. Geht der Mensch da nicht achtsam mit dem individuellen Pferd um, entstehen schnell die ersten Dysbalancen. Das junge Pferd erfährt körperlich und geistig, das es überfordert worden ist. Um diese körperlichen und/oder geistigen Überforderungen ausgleichen zu können, stellt es immer wieder ein neues Gleichgewicht her. Dies ist aber nicht mehr das Gleichgewicht, was es von Natur aus hat. Es werden Kompensationsbewegungen und -haltungen eingesetzt, um ein neues Gleichgewicht wieder herstellen zu können. Aus Anspannungen werden Verspannungen seelischer oder körperlicher Natur.  Sie setzen sich im "System" des Pferdes fest und werden in die Bewegungsabläufe und Verhaltensweisen integriert. So geht es weiter, der erste Sattel das erste Anreiten, die weitere Ausbildung. Der erste Menschenwechsel und Bezugspersonenwechsel. Gut, der allererste Wechsel für das junge Pferd ist das Absetzen als Fohlen, meist ein großer Einschnitt. Später dann, nach seiner Grundausbildung (was immer das ist), kann es passieren, das die Menschen/Reiter schneller wechseln, als das Pferd dies verstehen kann. Große Aufregungen entstehen, wenn Pferde wo und wie auch immer vorgestellt, und/oder vorgeritten werden, der (X.) Verkauf ansteht. Diese Dinge kann ein Pferd nicht verstehen. Es ist diesen Vorgängen ausgeliefert und kann nur versuchen, den daraus resultierenden Stress in sich selbst zu integrieren. Je mehr Reiterwechsel stattfinden, umso mehr muss das Pferd seine Ressourcen einsetzen, um sich zurechtfinden zu können. Bewegungsabläufe verändern sich daraus automatisch! Um immer wieder ein Gleichgewicht herstellen zu können, muss der Körper einschränkende stressspeichernde Bewegungen irgendwoanders kompensieren. Daraus können Krankheiten und und schwere Verhaltensauffälligkeiten resultieren. Lahmheiten, Koliken, Rittigkeitsprobleme, Koppen, Weben etc.

Bewegungsmuster und Verhaltensmuster entstehen im Laufe des Lebens.

Betrachten wir ein Pferd können wir viel über seine durchlebten Lebensgeschichten erfahren; wir wissen aber nicht erkennen, WOHER die Geschichten kommen. Hier ist die Kinesiologie mit dem sanften Muskeltest sehr hilfreich. Sie stellt einen Bezug zu dem WOHER her.

Über den kinesiologischen Muskeltest ist es möglich, herauszufinden,
WELCHE Situation sich
WO im Körper festgesetzt hat und
WIE diese blockierte Bewegungsenergie wieder zu lösen ist. Zum Beispiel: Ein Pferd wird ständig hinter der Senkrechten geritten und muss in der Kopfhaltung Lektionen ausführen, die ihm immer mehr Schmerzen in den eh schon verkrampften Muskeln bescheren. Durch einen Besitzerwechsel kommt es zu einem "schwächeren" Reiter und beginnt, sich zu wehren, weiter in dieser Position zu gehen. Sobald der Reiter die Zügel aufnimmt, beginnt der Kampf. Lösen wir den gespeicherten Stress in der beteiligten Muskulatur, können der Reiter und dieses Pferd einen neuen eigenen Weg erarbeiten, dend das Pferd ist wieder offen, sich auf den neuen Reiter einzustellen und mit ihm gemeinsam an neuen Bewegungen zu arbeiten und zu lernen.

Auch der Reiter, der sich nicht mehr mit den stressbewältigenden Verhaltensmustern des Pferdes beschäftigen muss, ist nicht mehr auf der Hut, sondern kann wieder entspannter MIT ihm arbeiten.

Bewegung verändert sich

wieder mehr in Richtung Losgelassenheit. Alles, was der Körper loslässt, zeigt sich in der losgelassenen Bewegung und im freien Geist. Kopf und Körper sind eine Einheit. Alles, was diese Einheit stört, bedarf zwingend einer Lösung. Die Arbeit mit dem kinesiologischen Muskeltest und die Nutzung kinesiologischer Techniken helfen, direkt auf die Lösung zu kommen. Zum Wohle des Pferdes und des Menschen. In der Wiederherstellung der inneren und äusseren Einheit und somit Losgelassenheit entsteht eine Harmonie, die das Pferde-Mensch-Paar einzigartig werden lassen.

Muskeltesten am Pferd eaSenses.de
Der Muskeltest am Pferd

Die Geschichte der Entstehung

von Ungleichgewichten ist die Geschichte vom Leben des Pferdes. Kennen wir die Geschichte und lösen wir die bestehenden Stressoren, die Ungleichgewichte erzeugten, dann helfen wir dem Pferd sehr sanft, sich wieder in sich selber neu zu balancieren und die ihm eigene Losgelassenheit wieder zu erlangen.

Für den begleitenden Menschen bedeutet diese Arbeit, zu erkennen, WAS das Pferd unter Stress erlebt in seinem Inneren, welche Auswirkungen bestimmte Stressoren auf seinen Körper haben. Natürlich sehen und spüren wir, das das Pferd unter Anspannung und Stress steht. Nur über die Entstehung kann es nicht berichten. Der Muskeltest ist sozusagen der Stift, mit dem das Pferd seine Geschichte niederschreibt. Es sind die inneren Bilder, die entstehen, die äusseren Bewegungsmuster und die abgelegten stressbewältigenden Verhaltensweisen, die uns diese Geschichte erzählen. Der Mensch muss aber an der alten Geschichte nicht mehr festhalten, denn das tut das Pferd nach der Ablösung auch nicht. Der Mensch lernt sein Pferd aber immer besser kennen UND verstehen. Das fördert die Partnerschaft ungemein und hilft, zu einer Einheit im MITeinander zu kommen, die auch nach Aussen sichtbar ist!

Begleiten wir unsere Pferde zu ihrem Besten, sie danken es uns mit Losgelassenheit!

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