Wenn die Pferdehaltung uns unbeweglich werden lässt

von Ulrike Lohmann (Kommentare: 0)

Kennt Ihr das?

Für jede Meinung zum Thema Pferd gibt es eine Gegenmeinung. Das Internet ist voll von Meinungen.
Das Pferd soll dominiert werden, um lange glücklich gesund bleiben zu können, das Pferd muss als Partner seine eigene Meinung haben dürfen, um lange glücklich und gesund bleiben zu können.
Das Pferd muss dies, das Pferd muss das können, in diesem Alter, um im Leistungssport mithalten zu können. Oder, soll das eben nicht können müssen.
Der Sportreiter schaut verächtlich auf den Freizeitreiter, der wiederum schaut auf den Westernreiter, der wieder ein Problem mit den Sportreitern hat.

Wir wissen

das Pferde eingedeckt werden sollten (oder nicht?), Hufschuhe, Eisen, Barfuß; alles das sind Themen, die mittlerweile Bücher füllen.
Welcher Sattel macht mein Pferd glücklich, welches Futter sichert sein Überleben?
Auch im heimischen Stall ist unser Pferdemensch sehr vielen Meinungen zu einer Frage ausgesetzt. Nimmt er die Meinung des Einen als Grundlage für seine Entscheidung, dann schaut der andere säuerlich. Will er die Entscheidung wechseln, dann vergrätzt er den ersten.

Dilemma!

Wie soll der engagierte Pferdemensch eine "richtige" Entscheidung treffen?

Für Irgendjemanden ist diese Entscheidung falsch und je nach eigener Ausrichtung gar verdammenswert. Es wird mit allen Bandagen gekämpft. Der Pferdemensch, der um eine Wahl ringt, fühlt, das er keine Wahl treffen kann. Vor lauter Verunsicherung macht er mal dies und dann mal das und wird immer mehr verwirrt. Dazu läuft er Gefahr, auch sein Pferd mehr und mehr zu verwirren. Beide stehen im Regen. Dies bedeutet eine Menge Stress für die Beziehung zum Pferd. Niemand will das, doch es passiert viel häufiger als gedacht.

Was also tun?

Ganz einfach! Trefft EURE Entscheidungen!
Blöd, so einfach ist das nicht, und es stimmt, es ist wirklich nicht einfach!
Das Grundproblem, vor dem der gutmeinende Pferdemensch steht, ist, das er erst mal seinem Pferd ein bestmögliches Leben ermöglichen will. Für die, die das nicht wollen kann ich nicht sprechen. Der gutmeinende Pferdemensch will also seinem Pferd ein gutes gesundes Leben ermöglichen. Er will aber auch Anerkennung für das, was er mit dem Pferd "macht". Und da kommt er schnell an seine Grenze, denn um Anerkennung von Aussen ringen, bedeutet, wie ein Spielball zwischen verschiedenen Meinungen hin und her geworfen zu werden.
Die Einen erkennen mich an, weil ich mich ihrer Art, mit dem Pferd eine Lösung zu finden, angeschlossen habe, die Anderen aber nicht.
Will der Pferdemensch aber von ALLEN Anerkennung, dann ist jede Entscheidung schon eine Fehlentscheidung.

Was also tun?

Nehmt Euch ZEIT!
Zeit, um zu lesen, zu erfahren, zu hören, zuzusehen, zu lernen!

Kein Meister ist vom Himmel gefallen.

Jeder Pferdemensch lernt sein Leben lang!
Jeder hat mal angefangen.

Zeit und Geduld, egal, was das "Aussen" sagt

Unsere Stärke sollte sein

eine Entscheidung auf der Basis dessen, was an Wissen zur Verfügung steht, zu treffen. Dann mit dieser Entscheidung umzugehen und sie in unserem Alltag NUR mit unserem Pferd zu prüfen.
Können kleine Veränderungen meiner Entscheidung etwas verbessern? Ja? Nein?
Muss ich etwas modifizieren oder stelle ich fest, das sich diese Entscheidung für Mensch UND/ODER Pferd nicht die Richtige war?
Dann wieder von Vorne beginnen: lesen, erfahren, zuhören, zusehen, lernen!

Eine neue Entscheidung!

WICHTIG ist, das diese Entscheidungen rund um das Pferd oder meines Menschenleben mit dem Pferd aus dem eigenen Inneren heraus kommt. Diese Entscheidung kann sich völlig gegen den gelebten Mainstream im Stall oder Internet richten, sie ist:
MEINE ENTSCHEIDUNG!

Sie ist jederzeit VON MIR zu ändern!
Diese Entscheidung betrifft nur mich und mein Pferd.
Danke an die vielfältige Welt des Wissens, mich an ihrem Wissen teil gehabt haben zu lassen, nun treffe ich auf dieser Basis meine Entscheidung!

Das wichtigste Kriterium ist

das meine Entscheidung mir und dem Pferd unseren eigenen inneren Frieden aufrecht erhält.
Geht es dem Pferd gut, geht es mir gut, dann ist die Entscheidung eine gute gewesen, auch wenn andere das anders sehen!

Vielleicht ändern andere im Stall auch ihre vormals getroffenen Entscheidungen, vielleicht auch nicht. Es ist nicht entscheidend auch wenn es gut tut, wenn andere dem eigenen Beispiel folgen.
Aber, der Motor ist nicht Anerkennung von Aussen oder dem "Aussen" ein gutes Vorbild sein zu wollen, sondern der Motor ist ein friedliches inniges gesundes MITeinander zwischen Mensch und Pferd, zum Wohle beider.

Dann scheint für dieses Paar die Sonne!

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