Mit den Ohren hören wir alle gleich?

Nein! Was gleich ist: wir hören alle nur Luft. Klingt extrem, nicht wahr? So ist es aber, unser Ohr nimmt Schallwellen aus der Luft auf und interpretiert diese. Luft wird in Muskelarbeit umgewandelt, diese wiederum bringen Flüssigkeiten und feinste Härchen in Schwingungen, die das Gehirn dann in Geräusche umwandelt und verstehen will. Das Ohr ist ein unglaublich faszinierendes Organ. Es versetzt uns in die Lage, unsere Umwelt akustisch zu kontrollieren, gleichzeitig sitzt im Innenohr auch das Gleichgewichtsorgan. Darüber bei Gleichgewicht mehr.

Der Hörbereich

von Mensch und Pferd sind unterschiedlich ausgeprägt. Als sicher gilt, das das Pferd über eine größere Hör-Amplitude verfügt als der Mensch. Pferde hören bis in den Infraschall- und Ultraschallbereich, also ganz tief und ganz hoch. Deshalb kann es uns passieren, das das Pferd erschrickt und wir nicht den Grund erkennen, oder ihn fehlinterpretieren, denn der Schall, den das Tier erschreckt hat, blieb unserem Ohr verborgen. Pferde verfügen über so ein feines Hören, das wir die wunderbare Möglichkeit haben, ein aufgeregtes Pferd über beruhigende LEISE Worte beruhigen zu können. Versuchen Sie es mal, je ruhiger und sanfter wir mit ihm sprechen, umso eher können wir seine Aufmerksamkeit bei uns halten. Natürlich nicht im Angesicht eines Tigers, aber schon für ein recht hohen Mass an Aufregung.

Die Schallortung

von Mensch und Pferd ist auch unterschiedlich zu beschreiben. Das Pferd hat über die Beweglichkeit seiner Ohren eine der besten Möglichkeiten, Schallquellen zu orten. Jedes Ohr ist um 180° wendbar, das bedeutet, einPferd kann seine Umgebung zu 100% akustisch kontrollieren. Eine überlebenswichtige Fähigkeit, denn in der Not muss das Beutetier Pferd WEGrennen können und nicht aus Versehen HINrennen.
Das Pferd hält seine Ohren ständig in Bewegung, um einen akustischen Eindruck seiner Umgebung zu erhalten.

Dies kann der Mensch nicht.
Er stellt seine räumlich akustische Wahrnehmung anders her. Er verfügt über die Fähigkeit, die Schallwellen über deren Auftreffen auf seine Ohrmuscheln zu orten. Keine menschliche Ohrmuschel gleicht der eines anderen Menschen! Sie sind so individuell wie unser Fingerabdruck. Damit ist auch die akustische Schallwelle bei jedem Menschen anders, wir können uns nie sicher sein, das der Nebenmensch den gleichen Eindruck des Gehörten hat. Das bedeutet, dass wir uns nie sicher sein können, ob unser Nachbar das Gleiche hört wie wir, in und mit der gleichen Stimmung!
Eine, wenn auch minimale Zeitverschiebung der auftreffenden Schallwellen auf das rechte und linke Ohr ermöglichen Mensch und Pferd eine Zuordnung, ob sich die Schallquelle links oder rechts befindet. Wir können so ein Elemück (Stressor) lokalisieren und dann unsere weitere Aufmerksamkeit dort hin richten. Oder, lieber erst rennen und später aufmerksam sein.
Je nach Wesen und momentanem Stresslevel.

Ein wichtiger Bereich ist das Innenohr

Denn hier liegt der Lagesinn und somit das Gleichgewicht geborgen. Über das Innenohr tarieren wir unseren Körper und  unsere Augenbwegungen aus. Unsere Augen sind ein wichtiger Bestandteil des allgemeinen Gleichgewichtssinnes! Unsere Anpassung an verschiedene Luftdrücke passiert ebenfalls über die Ohren.
Ohne die Verarbeitung von Luftdruck und Augenbewegungen ist ein sicheres Gleichgewicht nicht möglich.
Schwindel und körperliche Imbalancen können und sind Ausdruck von einer Imbalance im Ohr!
Jeder Schwindel sollte ärztlich abgeklärt sein, er kann dann auch auf seine Stresskomponente hin bearbeitet werden.

Was bedeutet das für die Arbeit von eaSenses?

Bei eaSenses geht es um noch mehr:
Unsere Ohren und wahrscheinlichebenso die Ohren des Pferdes nehmen Schall bewertend wahr. Klar, das Pferd hört auf die Gefahr und reagiert. Als soziales Wesen interagiert es aber auch mit seinen Sozialpartner. Dies funktioniert auch über stimmliche Wahrnehmung, sowohl in der Sprache des Pferdes als auch in der Sprache des Menschen. Für uns bedeutet dies, das wir darauf achten sollten, WIE wir mit dem Pferd kommunizieren.
Ist es ein "Sack"?
Oder unser "Schmusi"?
Oder ist es je nach Situation mal der eine mal das andere?

Was wir sagen, was wir hören zeigt uns auf, wie wir über uns und das Pferd denken und was es für uns bedeutet.
Es geht aber klar an den Bedürfnissen des Pferdes vorbei!
Sogar in unseren Gedanken können wir betrachten, wie wir zu uns und unserem Pferd stehen, denn Gedanken funktionieren auf der akustischen Ebene! Unsere Gedanken bewusst nach negativen Aussagen über unser Pferd zu durchforsten, lehrt uns viel über uns!
Unsere Gedanken nach dem eigenen Selbstbild zu durchforsten hilft uns ebenfalls, unsere uns begrenzenden Gedanken kennen zu lernen!

Was bedeutet dies für das MITeinander?

Ein klarer Umgang auf der akustischen Ebene bedeutet, dem Pferd im sprachlichen Bereich als gleichwertigen Partner zu begegnen!
Wenn aus dem "Sack" oder "Schmusi" wieder der Name auftaucht, dann ist da ein großer Teil getan! Unsere Worte haben eine Bedeutung für das Tier. Nicht auf der intellektuellen Ebene aber auf der Ebene des sozialen Umgangs nimmt es unsere Minderschätzung oder eben unsere Wertschätzung sehr wohl wahr!
Ein klarer Blick auf unsere Gedanken, verhilft dem Pferd zu einer größeren Wertschätzung!
IN unseren Gedanken erkennen wir unsere Meinung zum Pferd und können das notfalls ändern. In unseren Gedanken erkennen wir unsere Ängste und unser Selbstbild. Diese sind änderbar! Uns unserem inneren Selbstgespräch zu stellen und daran zu arbeiten, bedeutet für das Pferd eine völlige Veränderung seiner akustischen und sozialen Welt!

Achten wir unseren sprachlichen Umgang mit dem Pferd, es lehrt uns etwas über unsere und seine Welt, in der es leben muss!