Riechen wir gleich?

Mensch und Pferd riechen, das ist ganz klar. Der Mensch verbindet mit dem Geruch immer die Frage, ob er ein gutes oder schlechtes Gefühl damit verbindet. Der morgendliche Brötchenduft, oder der Körpergeruch nach dem Sport können hier als Beispiel dienen...
Wir bewerten sofort was wir riechen, ohne das wir uns um einzelne Komponenten dessen, was wir riechen, kümmern. Die interessieren uns nicht. Der Mensch ist da ein bisschen, wie soll ich sagen, "schlampig" im Auseinanderhalten von Geruchskomponenten.

Das Pferd benötigt seinen Geruchssinn,

um seine Nahrung auf geniessbar oder ungeniessbar oder gar giftig hin zu untersuchen. Ein grasendes Pferd sieht das Futter direkt vor seiner Nase nicht. Es benötigt seinen Tastsinn, seinen Geruchssinn und seinen Geschmackssinn, um die Qualität des Futters zu bewerten.

Die Nase eines Pferdes ist so fein entwickelt, das es die Witterung, z.B.einer Wasserquelle in weiter Entfernung riechen kann. Es kann den Feind anhand seines Geruches sehr schnell aus der Atemluft heraus identifizieren.
Eine Sinnesleistung, die uns Menschen so einzigartig und doch recht fremd erscheint.Im Tierreich stellt das gar nichts besonderes dar.

Über den Geruchssinn erkennt das Pferd seine Sozial- und Geschlechtspartner. Natürlich schaut unser Pferd uns schon entgegen, wenn wir zu ihm gehen. Wir denken, es freut sich, uns zu sehen, dabei freut es sich, uns zu riechen. "Oh, schön, nicht der Löwe nähert sich, sondern mein Mensch"! Hengste erriechen die Paarungsbereitschaft der Stute. Sehr intensive oder auch neue Gerüche bringen Pferde zum Flehmen. Das hat schon jeder Pferdebesitzer gesehen; das Pferd steht mit weit hochgezogener Oberlippe und atmet stark. In diesem Verhalten nutzt das Pferd das Jacobsohn'sche Organ, das im Gaumen sitzt. Geschlechtspezifische Geruchsfragen werden hier geklärt oder eben ganz neue Geruchseindrücke kennen gelernt.

Ein Mensch, der nichts mehr riecht,

schmeckt auch kaum noch. Auch wir haben zwei kleine "Löcher" im Gaumen, die die Duftmoleküle der Nahrung aufnehmen und als Geruch verarbeitet, den Geschmackssinn ergänzen. Dadurch haben auch wir schnell die Möglichkeit, Nahrung zu bewerten. Ob uns etwas schmeckt hängt immer auch mit dem Geruch zusammen.
Wie gesagt: Für uns ist Geruch sofort mit dem limbischen System und somit mit der Frage nach Emotionen verbunden.
Für Pferde stehen ganz alltägliche Fragen zum Futter zur Disposition und finden über den Geruch ihre Antworten. Das bedeutet für uns Menschen, das wir uns mit Fragen der Stallhygiene im Grunde viel intensiver beschäftigen müssen. Auch die Frage nach der Futterqualität muss vor diesem Hintergrund immer wieder neu geklärt werden. Pferde reagieren empfindlich auf Gerüche, wir bekommen dies nur nicht mit. Bis für uns eine Box stinkt, musste sich das Pferd schon lange daraus einstellen, das es noch eine Weile stinken wird...
Die Rotte Wildschweine, die den Reitweg gequert haben, liegen als Duft und potentielle Gefahr noch lange als Geruchsbotschaft in der Luft.

Mensch und Pferd

lernen aus der Geruchswelt. Sie lernen, das ein Geruch zwar unangenehm ist aber keine Gefahr bedeuten muss. Somit können sie gelassen bleiben. Die besagte Rotte Wildschweine verliert dann an Bedeutung, auch wenn es stinkt. Einfach, weil wir keine negative Lebenserfahrung damit verbinden.

Der Gersuchssinn entzieht sich weitestgehend unserer menschlichen bewussten Aufmerksamkeit, er ist für uns nicht an oberster Stelle der Wichtigkeit angesiedelt. Wir haben eine deutlich passivere Nutzung dieses Sinnes und erkennen deutlich weniger Düfte aus unserer Umwelt als es Tiere tun. Deshalb sollte es unsere Aufmerksamkeit auf die Pferdenase aber nicht außer Acht gelassen werden.

Pferde erkennen ihre Umwelt sehr fein am Duft!

Was bedeutet dies für das MITeinander?

Bei eaSenses bedeutet es ein Akzeptieren, das das Pferd in einer spannenderen Welt der Gerüche lebt als wir. Diese Geruchswelt verpflichtet uns daher, dem Pferd eine ungepflegte Box zu ersparen, gutes Futter zur Verfügung zu stellen und auf viele "Wohlgerüche" zu Gunsten des Pferdes zu verzichten.
Es riecht uns, keine Sorge, da schaffen wir mit dem schönsten Waschmittel nur Verwirrung.
Einem erschrockenen Pferd zu ermöglichen, ein erschreckendes Elemück riechend kennen zu lernen ist ein großer Schritt, um es zu Gleassenheit zu bringen und dann später darin zu erhalten.
"Rieche ich, kenne ich, alles gut"!

Die Geruchswelt des Pferdes ist nicht mit der unseren zu erklären! Achten wir die seine und schenken ihr Aufmerksamkeit!

 

 

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