Schmecken wir das Gleiche?

Das kann ich ganz klar mit NEIN beantworten, das Pferd schmeckt deutlich differenzierter als wir Menschen. Geschmack und Geruch sind über die Verbindung zwischen Rachenraum und Nasenhöhle miteinander verbunden. Der Geschmackssinn des Pferdes ist im Bereich "süss und bitter" sehr differenziert. Pferde können gezielt Kräuter auf gut oder ungeniessbar bis giftig unterscheiden. Sie testen Neues an und verwerfen, wenn es ihnen nicht behagt, was sie angeboten bekommen.
Das ist z.B. bei dem JKK ein Problem. Auf der Wiese erkennen sie es als ungeniessbar. Dieses Kraut ist sehr bitter. Es wird in der Regel als ungeniessbar stehen gelassen. Getrocknet im Heu,verliert es seine Bitterstoffe aber nicht seine Giftigkeit. Pferde können das Kraut dannn nicht mehr als bitter und somit ungeniessbar identifizieren und aussortieren. Es wird gefressen und die Giftstoffe in der Leber angereichert.

Pferde sind auf den Geschmackssinn salzig gepolt,

denn in ihrer pflanzlichen Nahrung findet sich wenig Salz. Daher müssen sie Salz aktiv suchen und aufnehmen. Für alle Lebewesen ist Salz ein lebenswichtiges Lebensmittel. Das war bei den Menschen in früheren Zeiten ebenfalls der Fall. Sie bekamen nicht viel Fleisch, das war den hohen Herren vorbehalten. In Fleisch ist jedoch immer Salz enthalten.
Deshalb war der Salzhandel ein so überaus wichtiger Handelszweig, denn er versorgte die Menschen mit den lebensnotwendigen Mineralien. Auch heute noch benötigen wir Salz, wir sind aber damit über unsere Lebensmittel sehr gut (über-)versorgt. Wir müssen aber für das Pferd immer einen guten Salzleckstein zur Verfügung halten, damit es seinen Salzbedarf jederzeit ausgleichen kann.

Klar, auch süß ist eine Geschmacksrichtung, die Pferden gefällt, die Möhre der Apfel, etc. werden daher gerne genommen.
Das kommt uns zugute, wenn wir Dinge in das Futter schmuggeln wollen...

Ein Pferd verfügt über ca 35. 000 Geschmacksknospen, das heisst, wir können davon ausgehen, das dieWelt des Geschmackes für das Pferd von ausserordentlicher Bedeutung ist. Jedes Kräutlein, jede Pflanze wird andere Geschmackserkebnisse bedeuten, die das Pferd wahrnehmen kann. Wir nicht.

Wir Menschen schmecken

mehr Komponenten. Salzig, süß, scharf und sauer sind die Geschmacksrichtungen, mit denen wir unsere Nahrung auf gut oder schlecht hin bewerten.
Wir verfügen über ca 10. 000 Geschmacksknospen im Mund.
Würden wir uns mit dem Pferd eine Heumahlzeit teilen, sie wäre für uns dröge, für das Pferd abwechslungsreich.
Selbst wenn wir eine Möhre oder einen Apfel teilen, dann wird das Pferd deutlich mehr differenzieren können als wir.

Da Geschmack und Geruch eng beisammen liegen und sich ergänzen, können wir getrost davon ausgehen, das das Pferd uns in der Bewertung seiner Nahrung überlegen ist.

Aber, genau so wie das Pferd, verfügen auch wir über einen der beweglichsten und feinsten Muskeln imKörper, über die Zunge.
Sie ist ein wahrer Bewegungskünstler! Sie dreht alles um und um, um das, was im Mund landet auf Qualität oder nicht Qualität zu überprüfen. Meist spucken wir schneller etwas aus, bevor uns noch klar geworden ist, das das Ausgespuckte schlecht war.
Spucken, dann erst wissen wir, warum wir ausgespuckt haben. Für den Menschen ist das so lebensnotwendig. Das Pferd weiss es meist vorher und lässt sich sehr schwer überlisten.

Was bedeutet dies für das MITeinander?

Bei eaSenses ist der Umgang mit dem Pferd und die Beachtung seines Geschmackssinn von hoher Bedeutung. Das Futter muss über eine hohe Qualität und möglichst wenig synthetische Geschmacksstoffe verfügen!

Die Zunge ist ein Muskel!!!!
Deshalb ist von wichtigster Bedeutung, das wir das freie Spiel der Zunge gewährleisten können!
In Ruhe ist die Zunge ruhig im Maul, entsteht Druck, fängt sie an, sich stark zu bewegen und das Maul wird unruhig.
Der Griff zum Sperrhalfter und dem nächst engeren Loch ist da keine Lösung, auch wenn wir es immer und immer wieder zu sehen bekommen!
Von ebenso großer Bedeutung ist aber auch das Mundstück, das wir benutzen. Der Geschmack und unser Umgang mit dem Mundstück bedeuten eine schnelle Verknüpfung von Stress und Schmerz. Das zufrieden kauende Pferd zeigt sich ganz anders, als das Pferd, welches mit dem Mundstück kauend zurecht kommen muss, um einem unangenehmen Druck irgendwie ausweichen zu können!
 

Fazit!

Es ist eine der wichtigsten Aufgaben des Menschen, der mit Pferden umgeht, eine ruhige Hand zu entwickeln. In allen Lebenslagen. Auch beim Führen!
Schaut Euch einmal um; selbst beim Führen kann man viele Menschen beobachten, wie sie völlig grundlos, einfach aus Ablenkung heraus, mit der Hand an Zügeln rucken, immer am Spielen" sind und dem Pferd ständig sinnlosen Input vermitteln.

Deshalb:

Führt und achtet auf Eure Hände!
Reitet und achtet auf Eure Hände!
Weg mit dem Leder um das Maul!
Achtet auf die Zwei-Finger-Regel des Reithalfters!
Zwei Finger müssen zwischen Reithalfter und Nase hochkant passen!

Achtet auf passende Gebisse!
Achtet darauf, das Maul tätig aber nicht unruhig werden zu lassen!

Die Zunge ist der wichtigste Muskel des Körpers; mit ihr steht und fällt ein zufriedenes Pferdeleben!

Schmecken und Fühlen liegen nirgendwo so eng zusammen, wie in unserer Hand!

 

 

passende eaSenses Blogeinträge

Heute schon geatmet?

Im MITeinander sollten wir den Geschmackssinn nicht ausser Acht lassen, denn dies ist der direkteste Zugang zum Pferd. Über das Maul, die Zunge und die muskuläre Tätigkeit des Pferdes als Reaktion auf unser Tun. Diese Information wird direkt im Gehirn verarbeitet und bewertet.

GUT oder BÖSE?
WIR stehen da in der Verantwortung!
Wir haben es sozusagen in der Hand, wie wir auf diesen Sinn einwirken können!